#1: Was du gehört hast
Shownotes
In dieser Folge geprüft — die sieben Behauptungen des Songs:
- Einundfünfzig Millionen waren geplant, hundertsiebzig sind es jetzt.
- Der Rettungshubschrauber Christoph 6 ist seit über fünfzig Jahren in Bremen stationiert.
- Derselbe Architekt, der die Machbarkeitsstudie schrieb, hat den Generalplanervertrag bekommen.
- Je teurer das Bauvorhaben wird, desto höher das Architektenhonorar.
- Die Senatorin für Gesundheit ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der Gesundheit Nord.
- Sechsundvierzig Prozent der Fachabteilungsfälle am Klinikum Links der Weser kommen aus Niedersachsen.
- Der Landesrechnungshof hat seit zwölf Jahren nicht mehr gesondert geprüft.
Quellen und Aktenlage
- Gutachten zur Variantenbetrachtung der baulichen Restrukturierung, Juni 2023 (Schätzung: 51 Mio. €)
- Entscheidungsunterlage Bau, September 2025 (rund 170 Mio. €)
- Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft (Gesamtvolumen >730 Mio. €)
- ADAC-Stationierungsdaten Christoph 6, Erststationierung 20. Dezember 1973
- Generalplanervertrag, Oktober 2023, Vertragsvolumen 6,68 Mio. €
- HOAI § 10 Abs. 1 (Berechnungsgrundlage des Honorars)
- Vergabeverordnung — Regelung zur Vorbefassung
- Krankenhausfinanzierungsgesetz § 6 Abs. 2 (länderübergreifende Abstimmungspflicht)
- Fachaufsichtsbeschwerde von Roman Fabian, Betriebsratsvorsitzender des Klinikums Links der Weser, Januar 2026
- Antwort der Senatorin für Gesundheit, März 2026 (11 Seiten, alle Anträge abgelehnt)
- Prüfanregung an die Präsidentin des Landesrechnungshofs Bremen, 8. April 2026
- Informationsfreiheitsantrag mit 25 Einzelanträgen, 8. April 2026
- Volksbegehren mit rund 20.000 Unterschriften, übergeben am 6. Februar 2026
In der nächsten Folge
F02 — Die Zahl. Wie aus einundfünfzig hundertsiebzig Millionen wurden. Und warum die Behörde sagt, eine Prüfung sei nicht notwendig gewesen.
Hinweise und Quellen an: nichtnotwendigpodacst@gmail.com (ja, die E-Mail-Adresse ist so korrekt geschrieben)
Transkript anzeigen
00:00:00: Seit ein paar Tagen kursiert in Bremen ein Song.
00:00:04: Eine Sopranistin, einen Chor, Streicher.
00:00:07: Ein Refrahm mit zwei Wörtern – nicht notwendig!
00:00:11: Es geht um das Klinikum links der Weser im Bremer Süden, dass schließen soll.
00:00:16: Um einen Hubschrauber, der jeden Morgen über Hochting kreist.
00:00:20: Um eine Oma in Katenturm, deren Herz nachts aussetzt.
00:00:25: Um Werder die Brücke und die Weser.
00:00:28: Der Song stellt sieben Behauptungen auf, über Geld.
00:00:32: Über eine Senatoren.
00:00:35: Über einen Rettungssubschrauber.
00:00:38: Songtexte sind Kunst – das hier sind die Fakten!
00:00:43: Sie hören den Podcast nicht notwendig.
00:00:46: Über ein Krankenhaus, das verschwinden soll und eine Stadt, die nicht hinsehen will.
00:00:52: Auftakt was du gehört hast.
00:00:55: Die erste Behauptung im Song
00:00:58: Einenfünfzig Millionen stand im Plan.
00:01:01: Jetzt sind es hundertseptzig.
00:01:03: Stimmt!
00:01:04: Im Juni, zwei-tausenddreiundzwanzig schätzt ein Gutachten die Kosten für die Verlagerung des Herzzentrums vom Klinikum links der Weser ans Klinikum Bremen Mitte auf einundfünfzich Millionen Euro.
00:01:17: Im September, zweitausendfünfundzwanzig steht die Zahl in der Entscheidungsunterlage Bau bei rund hundertsiebzig Millionen Euro – eine Verdreifachung In zweieinhalb Jahren.
00:01:29: Dazu kommen Sanierungen und Umzüge an den anderen Standorten der Gesundheit Nord, insgesamt über siebenhundertdreißig Millionen Euro.
00:01:39: Das steht in einem Dringlichkeitsantrag der größten Oppositionsfraktion.
00:01:44: Die zweite Behauptung
00:01:46: Christoph Sechs.
00:01:47: seit über fünfzig Jahren
00:01:50: Stimmt.
00:01:51: Der ADAC-Rettungshubschrauber ist seit dem zwanzigsten Dezember in Bremen stationiert, am Klinikum links der Weser.
00:02:01: Über ein Tausend Einsätze im Jahr zwei tausend vierundzwanzig.
00:02:06: Die dritte Behauptung.
00:02:15: Im Klartext Das Architekturbüro, das im Dezember, die Machbarkeitsstudie schrieb, dass im Juni, die Variantenbetrachtung lieferte, hat im Oktober, den Generalplaner-Vertrag bekommen.
00:02:32: Vertragswert?
00:02:33: € six Komma achtundsechzig Millionen Euro.
00:02:37: Die Vergabeverordnung kennt diesen Fall!
00:02:40: Sie nennt ihn Vorbefassung.
00:02:43: Wer ein Projekt vorbereitet, hat einen Wissensvorsprung gegenüber anderen Bietern.
00:02:48: Der Auftraggeber muss diesen Vorsprung ausgleichen.
00:02:51: für andere Bewerber – schriftlich, nachweisbar.
00:02:56: Öffentlich dokumentiert sind diese Schritte nicht.
00:02:59: Die Behörde schreibt nur «keine Anhaltspunkte für eine unzulässige Vergabe».
00:03:11: steht in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure §.
00:03:16: X Absatz I Bundesrecht.
00:03:19: Wenn die Baukosten steigen, steigt die Berechnungsgrundlage des Honorars.
00:03:24: Die fünfte Behauptung
00:03:27: Die Senatoren sitzt im Aufsichtsrat der Firma, die sie selber kontrollieren soll
00:03:32: Stimmt!
00:03:33: Die Senatorin für Gesundheit ist zugleich aufsichtsratsvorsitzende der Gesundheit Nord.
00:03:40: Sie ist Adressatin der Fachaufsichtsbeschwerde gegen ein Projekt, dessen Aufsicht ihr obliegt.
00:03:47: Die sechste Behauptung.
00:03:56: Stimmt!
00:04:09: Paragraf sechs, Absatz zwei des Krankenhausfinanzierungsgesetzes verlangt eine länderübergreifende Abstimmung.
00:04:17: Im Bremerverfahren ist sie öffentlich nicht dokumentiert.
00:04:21: Die siebte Behauptung
00:04:23: Zwölf Jahre hat der Rechnungshof geschwiegen
00:04:27: Stimmt fast.
00:04:29: Der letzte Sonderbericht des Landesrechnungshofs Bremen zur Gesundheit Nord stammt vom siebenundzwanzigsten Januar Zwei Tausend Vierzehn Damals der befunden Sanierungsfall.
00:04:41: Seitdem keine zweite Sonderprüfung, bis zum achten April zwetausendsechsundzwanzig.
00:04:48: An diesem Tag landet eine Prüfanregung bei der Präsidentin des Landesrechnungshofs Bremen.
00:04:55: Sieben Seiten – neun Prüfungsgegenstände Eingereicht vom Betriebsratsvorsitzenden des Klinikums links der Weser.
00:05:04: Schon im Januar hatte er eine Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht.
00:05:08: sieben Seiten Sieben Anträge.
00:05:11: Die Behörde antwortete im März mit elf Seiten, alle Anträge abgelehnt.
00:05:17: Im Ablehnungsbescheid der Behörder auch das Zitat «nicht notwendig».
00:05:23: Am achten April folgte die Eskalation Prüfanregung beim Landesrechnungshof und ein Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz mit fünfundzwanzig Einzelanträgen bei der Senatoren für Gesundheit.
00:05:38: Parallel dazu Ein Volksbegehren, über zwanzigtausend Unterschriften.
00:05:44: Übergeben am sechsten Februar drei Bollerwagen voll.
00:05:49: Also der Song nennt das was hier geschieht in einem Wort Gesetzesbruch.
00:05:57: Vorsichtiger gesagt ein laufendes Verfahren Vier Werkzeuge viele offene Fragen.
00:06:06: In der nächsten Folge die Zahl Wie aus Und warum.
00:06:15: die Behörde sagt, eine Prüfung sei nicht notwendig gewesen.
Neuer Kommentar